Ist eine Wasserschale zur Luftbefeuchtung effektiv?

Soehnle-LuftentfeuchtungsgeraeteMit der Luftfeuchtigkeit ist es immer so eine Sache. Wer sich intensiv mit dem Thema befasst, wird schnell feststellen, dass sie in den meisten Fällen entweder zu hoch oder zu gering ist. Beide Extreme stellen ein Problem für den Menschen dar. Während eine zu hohe Luftfeuchtigkeit die Bildung von Schimmel und die Vermehrung von Parasiten wie Milben begünstigt, bringt eine geringe Luftfeuchtigkeit verschiedene gesundheitliche Probleme mit sich. Die trockene Luft greift die Schleimhäute an und sorgt somit dafür, dass Krankheitskeime leichtes Spiel haben. Diese können sich dank der geringen Luftfeuchtigkeit auch viel besser verbreiten.

Das gesunde Mittelmaß finden

Ist eine Wasserschale zur Luftbefeuchtung effektiv?Wie so oft im Leben gilt es auch im Falle der Luftfeuchtigkeit, das gesunde Mittelmaß zu finden. Die Luft in den Räumen darf weder zu trocken noch zu feucht sein. Vor allem im Winter, wenn die Heizungen auf Dauerbetrieb gestellt sind und die Fenster nur ungern geöffnet werden, handelt es sich bei diesem Vorhaben um einen echten Drahtseilakt.

In der Kalten Jahreszeit ist die Luft allerdings häufiger zu trocken als zu feucht. Der Grund hierfür sind die bereits angesprochenen Heizkörper, die oftmals dauerhaft eingeschaltet sind. Wenn Luft erhitzt wird, bedeutet das auch automatisch, dass sie austrocknen. Wer etwas dagegen unternehmen will, hat verschiedene Möglichkeiten:

  • Eine Schale mit Wasser auf der Heizung
  • Vermehrtes Aufhängen der Wäsche im Haus / in der Wohnung
  • Öffnen der Badezimmertür beim Baden oder Duschen

Vor- und Nachteile vom Einsatz einer Wasserschale

Zweifelsfrei: Der Einsatz von Wasserschalen auf dem Heizkörper ist der absolute Klassiker, wenn es darum geht, die Luftfeuchtigkeit im Winter zu steigern. Doch sind die kleinen, unscheinbaren Helfer wirklich ausschließlich als positiv zu bewerten?

Vorteile

Nachteile

  • geringer Kostenaufwand
  • einfache Handhabung
  • flexibler Einsatz möglich
  • kann durch spielende Kinder oder Haustiere heruntergeschmissen werden
  • stehende Gewässer sind immer ein hervorragender Brutplatz für Keime, Viren und Bakterien

Zunächst einmal kann gesagt werden, dass die Handhabung von Wasserschalen zur Luftbefeuchtung extrem einfach ist. Alles, was Sie hierfür benötigen, ist eine kleine Schale (zum Beispiel aus Keramik oder Glas) und etwas Wasser. Füllen Sie das Wasser in die Schale und stellen Sie diese anschließend auf den Heizkörper oder in dessen Nähe. Durch die Wärme entsteht Wasserdampf, der von der Luft aufgenommen und dadurch verteilt wird. Diese Problemlösung ist nicht nur extrem günstig (es ist kein teurer Luftbefeuchter notwendig) und zudem auch extrem flexibel einsetzbar.

Dem gegenüber stehen allerdings auch zwei nicht unwesentliche Nachteile, die Sie immer vor Augen haben müssen, wenn Sie den Einsatz einer Wasserschale erwägen. Zum einen geht von dieser immer ein gewisses Risiko aus. Spielende Kinder und Haustiere – insbesondere Katzen – können die Schale schnell zu Fall bringen. Sorgen Sie daher immer dafür, dass in der Nähe der Wasserschale keine elektrischen und wertvollen Gegenstände aufbewahrt werden. Der zweite Nachteil der Schale mit Wasser ist, dass sich darin sehr schnell Keime, Bakterien und Viren bilden und vermehren. Hierbei handelt es sich nämlich um ein klassisches stehendes Gewässer (im Mini-Format), in dem sich Krankheitserreger aller Art besonders wohlfühlen.

Wichtig: Damit Ihre Schale also nicht zum Brutplatz für allerlei Keime und Co. werden, ist es unverzichtbar, dass Sie das Wasser regelmäßig (am besten täglich) auswechseln und dabei auch immer die Schale gründlich reinigen. Andernfalls besteht die Gefahr, dass die Krankheitserreger über den Wasserdampf verteilt und von Ihnen aufgenommen werden. Anstatt Sie vor Erkrankungen zu schützen, bewirkt die Wasserschale dann das genaue Gegenteil. Das Gleiche gilt übrigens auch für Wasserbehälter aus Porzellan, die mithilfe von einem Haken an den Heizkörper gehangen werden.

Alternativen zur Wasserschale

Natürlich ist eine Schale mit Wasser nicht die einzige Möglichkeit, um die Luftfeuchtigkeit im Winter zu verbessern. Alternativ dazu können Sie auch folgendermaßen vorgehen:

  • Legen Sie ein befeuchtetes Tuch auf den Heizkörper, bis dieses vollständig getrocknet ist
  • Hängen Sie Ihre Wäsche im Wohnzimmer auf
  • Bügeln Sie Ihre Wäsche (mit einem Dampfbügeleisen) im Wohnzimmer
  • Setzen Sie bestimmte Pflanzen gezielt als Luftbefeuchter ein (mehr dazu können Sie hier nachlesen)
  • Stellen Sie ein offenes Aquarium auf
  • Lüften Sie nie länger als fünf Minuten

Tipp: Die Luftfeuchtigkeit wirkt sich übrigens auch auf Ihre Heizkosten aus. Ist die Luft nämlich extrem trocken, wird sie automatisch als kälter empfunden. Umgekehrt gilt feuchte Luft als wärmer.

Die richtige Luftfeuchtigkeit zu erreichen, ist schwer – und sehr wichtig. Denn nur, wenn Sie das perfekte Mittelmaß finden, beugen Sie sowohl Schimmelbildung als auch Infektionen vor. Vor allem im Winter, wenn die Luft im Raum besonders trocken ist, kommen häufig kleine Wasserschalen zum Einsatz, die die Luft befeuchten. Diese sind durchaus empfehlenswert – wenn Sie darauf achten, das Wasser regelmäßig zu wechseln und die Schale gründlich zu reinigen.

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